Enttäuschte Erwartungen

1964
1965

Nach der guten Rückrunde und dem dritten Platz in der ersten Bundesligasaison zählt die Eintracht zum engeren Favoritenkreis der Spielzeit 64/65, für die Ivica Horvat, der bereits während der letzten Saison den Trainerposten des erkrankten Paul Oßwald regelmäßig übernommen hatte, drei neue Kräfte begrüßen kann: Peter Blusch von den Sportfreunden Siegen, den Österreicher Georg Tutschek vom 1. Wiener Neustädter SC und Georg Lechner von Schwaben Augsburg. Nicht mehr im Kader sind zwei erfahrene Spieler, denn Richard Kreß, mittlerweile 39 Jahre alt, beendet ebenso seine Karriere wie Eberhard Schymik, der seit 1955 bei 191 Oberligaspielen für die Riederwälder zum Einsatz kam.


Die drei Neuzugänge Blusch, Tutschek und Lechner

Am 1. August startet die Eintracht, die erst am 7. Juli von ihrer Südafrikareise zurückgekehrt war, am Riederwald mit einem 7:1 gegen den American Hungarian SC New York in die Saison. Highlight der Vorbereitung ist freilich die Partie gegen Arsenal London, die vor lediglich 14.000 Zuschauern im Waldstadion 2:2 endet. Mit demselben Ergebnis müssen sich die Fans am 22. August im 1. Ligaspiel zuhause gegen Schalke 04 zufriedengeben, werden aber durch den folgenden 1:0-Sieg bei 1860 München wieder zufriedengestellt.

Träumen viele Anhänger bis dahin noch von der Meisterschale, holt sie die Realität schnell ein. Insbesondere die Zuschauer der Heimspiele haben wenig Freude an der Eintracht. Erst am 12. Spieltag gelingt gegen Borussia Neunkirchen mit 1:0 der erste Heimsieg, zuvor hatte man unter anderem gegen KSC eine 0:7-Rekordheimschlappe eingefahren. Zu diesem Zeitpunkt haben sich die Adlerträger bereits aus dem aus dem Messepokal verabschiedet. Nachdem der schottische Vertreter FC Kilmarnock im Hinspiel noch souverän mit 3:0 abgefertigt wird und man im Rückspiel schnell mit 1:0 in Führung geht, gelingen den Schotten noch fünf Tore. Das 1:5 bedeutet das Aus bereits in der ersten Runde.


Jubel um Torhüter Loy nach einem
gehaltenen Elfmeter beim 4:3-Sieg in Köln

Zur Halbzeit der Liga rangiert die Eintracht auf Rang 5, nur drei Punkt hinter Tabellenführer Bremen. Scheint es anfangs der Rückrunde, dass man noch in das Titelrennen eingreifen kann, und feiern die Eintrachtler nach einem 2:1 gegen Borussia Neunkirchen den Einzug in die zweite Rundes des DFB-Pokals, korrigieren Niederlagen gegen den Meidericher SV (2:3) und den KSC (1:3) den Kurs Richtung Mittelfeld. Am 6. Februar erfolgt nach einer 1:2-Heimniederlage gegen Schalke zudem das Aus im DFB-Pokal.

Nach dem 27. Spieltag, der eine 0:4-Niederlage in Neunkirchen bringt, ist für die Spieler wieder einmal an der Zeit, ihre Koffer zu packen. Ein Turnier in New York bringt zwei Siege gegen Aris Saloniki (1:0) und die New York Ukrainians (2:0). Der Turniersieg muss nach einer knappen 0:1-Niederlage allerdings dem AC Florenz überlassen werden. Und auch die noch ausstehenden drei Ligaspiele nach der Rückkehr bringen den ausgebrannten Adlerträgern kein Erfolgserlebnis, sondern drei Niederlagen. Tiefpunkt ist dabei das 1:2 gegen Kaiserslautern, das den Pfälzern am letzten Spieltag den Klassenerhalt sichert und das Spielausschussvorsitzender Ernst Berger als "blamables Spiel" einstuft. Letztlich beendet die Eintracht die Saison so auf einem enttäuschenden 8. Platz.

 

 

 
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© text by fg