Neue Sterne am Eintrachthimmel |
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| 1965 |
Wie sich in naher Zukunft zeigen wird, beweist die Vereinsführung auch bei der Verpflichtung von Neuzugängen ein glückliches Händchen : Mit Karl-Heinz 'Kalla' Wirth, Peter Kunter und einem jungen Wiesbadener Stürmer namens Jürgen Grabowski wechseln drei Spieler zur Eintracht, die sich in den nächsten Jahren zu Leistungsträgern im Trikot mit dem Adler auf der Brust entwickeln werden. Zudem kommen Oskar Lotz und Istvan Sztani, der aber nach sechs Jahren bei Standard Lüttich nicht mehr an seine Glanzzeiten am Riederwald anknüpfen kann.
Am 14. August 1965 startet die 3. Bundesligasaison. Dabei geht es erstmals mit 18 statt 16 Vereinen ins Titelrennen: Nach dem Lizenzentzug für Hertha BSC wegen zu hoher Zahlungen an die Spieler erhält Tasmania Berlin eine politisch motivierte 'Wildcard', damit ein Berliner Verein in der höchsten Spielklasse vertreten ist. Die beiden sportlichen Absteiger der vorangegangenen Bundesligaspielzeit - Karlsruher SC und Schalke 04 - protestieren erfolgreich und dürfen in der Liga bleiben, hinzu kommen die Aufsteiger Borussia Mönchengladbach und Bayern München.
Sportlich läuft die Saison ähnlich unbefriedigend wie die vorherige. Die Eintracht startet mit einem Sieg (2:0 gegen den HSV), lässt aber drei Niederlagen folgen und findet sich in unteren Tabellenregionen wieder, was den Trainer in den Fokus der Kritiker rückt. So stellt der 'Kicker' fest: „Die technische Begabung vieler Spieler ist unbestritten, was dieser Elf fehlt, das sind: Spielmacher, Kondition, auch Härte! Man sollte sie im Training in den Boxring schicken, um ihr Bundesligahärte zu geben. Noch ist das 4-2-4 ohne jede Achse!“ „Es liegt nicht am System“, verteidigt Schwartz seine Taktik: „Langsames Spiel und Fehlpässe führen bei jedem System ins Verderben.“ Zwar rappelt man sich bis zur Ende der Halbserie auf und steht nach dem letzten Spiel im Jahr 1966 gegen Mönchengladbach (3:1) auf dem sechsten Tabellenplatz, für den Anschluss nach oben oder gar ein Eingreifen ins Titelrennen reicht es jedoch nicht. Zudem gibt es ein frühes Aus im DFB-Pokal bereits in der zweiten Runde gegen den 1. FC Nürnberg (1:2). Vier Siege zum Abschluss der Runde bringen letztendlich den siebten Tabellenplatz und einen halbwegs versöhnlichen Saisonabschluss sowie für Friedel Lutz und Jürgen Grabowski Plätze im Kader des DFB für die Weltmeisterschaft in England. Obwohl sich Eintracht in der Bundesliga nur mittelmäßig präsentiert, profitiert sie von ihrem hervorragendem internationalen Ruf und ist im Vorfeld der WM ein begehrter Testspielgegner. So trifft man in sieben Freundschaftsspielen während der Saison auf insgesamt sechs Nationalmannschaften – Frankreich, Rumänien, Ungarn, Ägypten, Holland und zwei Mal Argentinien. Ein Höhepunkt dabei ist ein 3:1-Sieg gegen die argentinische Auswahl in Buenos Aires.
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© text by fg