Eintracht gegen Eintracht

1966
1967

Der Generationswechsel, der sich bereits letzte Saison angekündigt hat, setzt sich fort. Friedel Lutz wechselt für die Rekordablösesumme von 175.000 Mark zu 1860 München. Dieter Stinka, ebenfalls Mitglied der '59er Meisterelf, und Erwin Stein zieht es zum SV Darmstadt 98, Horst 'Schotte' Trimhold nach Dortmund zur Borussia. Ebenfalls nicht mehr dabei sind Georg Lechner und Ludwig Landerer.

Neu im Kader begrüßen kann Trainer Schwartz den gerade mal 18 Jahre alte Ernst Abbé, Dieter Krafczyk und Stürmer Siegfried Bronnert. Aus Dehrn wechselt der junge Bernd Hölzenbein und aus Eisemroth Bernd Nickel zur Eintracht, beide kommen diese Spielzeit allerdings nur in der Reserverunde zum Einsatz. Zusätzlich zu Loy und Kunter wird Siegbert Feghelm als dritter Torhüter in den Kreis der ersten Mannschaft aufgenommen. Spektakulärste Neuerwerbung ist Fahrudin Jusufi, ein Außenverteidiger mit kaum zu bremsenden Offensivdrang.


Kapitän Lindner klärt für den bereits geschla-
genen Kunter (Nürnberg - Eintracht 0:1)

In der Bundesliga gelingt ein Traumstart. Die ersten drei Spiele werden gewonnen und man ist erstmals in der Geschichte der Bundesliga Tabellenführer. Doch von den nächsten vier Ligapartien gehen drei verloren, zum Ende der Hinrunde ist man mit zwei Punkten Rückstand auf den Meisterschaftsrivalen Eintracht Braunschweig auf den vierten Platz abgerutscht. Das Duell Eintracht gegen Eintracht setzt sich die gesamte Spielzeit fort, noch am 31. Spieltag stehen die Riederwälder punktgleich mit dem Tabellenführer aus Braunschweig auf Platz 2. Doch im Schlussspurt geht den Frankfurtern die Kraft aus, mit einer Niederlage in Bremen (0:3) und einem Unentschieden zu Hause gegen Dortmund (3:3) sind die Meisterschaftschancen verspielt. Letztendlich bleibt nach dem 34. Spieltag nur ein enttäuschender vierter Platz, vier Punkte hinter dem Meister Eintracht Braunschweig.


Das in Wiesbaden ausgetragene Spiel
des Alpencups gegen den AC Turin
wird nach Zuschauertumulten abgebrochen
und mit 0:0 gewertet

Experten sehen vor allem im überfrachteten Terminplan der Eintracht den Hauptgrund für die entgangene Meisterschaft - 77 Spiele absolvieren die Profis in der Saison 66/67. So fordert die Reise über die Weihnachtstage nach Ägypten und Hongkong, verbunden mit vier Freundschaftsspielen, ihren Tribut: In der direkt darauffolgenden Qualifikation zum DFB-Pokal gibt es nach 2:0-Führung eine peinliche 6:2-Niederlage gegen den KSV Hessen Kassel. Während der Meisterschaftsendphase sorgen dann Freundschaftsspiele - wie etwa zwischen dem 30. und 31. Spieltag in Washington gegen Cruzeiro Belo Horizonte - sowie die Teilnahme an den Wettbewerben Intertoto-Runde, Messepokal und Alpencup für zusätzliche Belastungen, aber auch für die Pflege des internationalen Renommees.

Im Messepokal erfolgt trotz eines überzeugenden 3:0-Siegs im Hinspiel nach einem 0:4 n.V. das Aus im Halbfinale gegen Dynamo Zagreb. Erfolgreicher gestaltet sich das Auftreten in der Intertoto-Runde - offiziell 'Internationaler Fußball-Cup'. Nachdem man sich in der Gruppenphase gegen Feyenoord Rotterdam, Lanerossi Vicenza und den FC La-Chaux-de-Fonds als souveräner Gruppensieger durchgesetzt hat, im Viertelfinale den IFK Norrköping ausschaltet und sich in der Runde der letzten Vier gegen Zaglebie Sosnowiec aus Polen durchsetzt, bringt ein 3:2-Sieg bei Inter Bratislava im ersten der beiden Finals sowie ein mühevolles 1:1 nach Verlängerung im Rückspiel den Sieg in diesem Wettbewerb.

Auch im Alpenpokal, an dem erstmals deutsche Mannschaften teilnehmen, kann die Eintracht namhafte Gegner wie AC Turin (0:0), FC Zürich (5:2), AC Mailand (1:0) und AS Rom (4:2) klar distanzieren. Im Endspiel dieses Wettbewerbs, das im August '67 stattfindet, gelingt es der Eintracht, sich gegen den FC Basel mit 2:1 zu behaupten und den Pokal an den Riederwald zu holen.

 

 

 
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© text by fg