Verkorkste Hinrunde und Abschied vom 'Mister'

1967
1968


Neu bei den Profis: Bernd Nickel
und Bernd Hölzenbein


Zu Saisonbeginn dreht sich das Personalkarussell bei der Eintracht erneut recht flott: Egon Loy und Hermann Höfer beenden ihre Karriere, als neue Nummer 1 im Tor wird der 39-fache Nationalspieler Hans Tilkowski verpflichtet. Zudem rücken Bernd Hölzenbein und Bernd Nickel vom Amateur- in den Profikader, Lutz kehrt nach nur einem Jahr bei 1860 zur Eintracht zurück. Mit Keifler aus Marburg und Bellut vom VfL Wolfsburg stehen zwei weitere Zugänge auf der Liste, bei den Amateuren geben Gert Trinklein und Jürgen Kalb ihr Debüt. Namhaftester Abgang ist Dieter Krafczyk, der in Frankfurt nicht Fuß fassen konnte und nach nur einem Jahr zu Hertha BSC Berlin wechselt.

Kann die hohen Erwar-
tungen nicht erfüllen:
Hans Tilkowski


Der Start in die Bundesliga geht mit einem 0:4 in Stuttgart gründlich daneben. Und schon bald erweist sich, dass Tilkowski den Stammplatz im Tor nicht durch gute Leistungen untermauern kann - nach der 0:4-Niederlage bei Nottingham Forest, die zugleich das Aus im Messepokal bedeutet, steht auch Kunter in Ligaspielen des Öfteren als Keeper zwischen den Pfosten. Überhaupt zeigt sich die Eintracht in der Hinrunde der Liga von der schlechten Seite. Nachdem man letzte Saison lange Zeit um die Meisterschaft mitgespielt hatte und daher dieses Mal zu den Mitfavoriten zählt, steht nach dem 17. Spieltag lediglich ein 14. Platz mit 14:20 Punkten zu Buche.

In der Rückrunde läuft es deutlich besser für die Adler - lediglich der 1. FC Köln erweist sich als Spielverderber. Nachdem die Domstädter die Eintracht vor heimischer Kulisse im Waldstadion bereits im Achtelfinale des DFB-Pokals durch ein spätes Tor zum 0:1 im Wiederholungsspiel aus dem Wettbewerb kegeln, setzt es rund einen Monat später auch in der Liga eine deftige 1:5-Niederlage. Ansonsten beweist die Eintracht, zu was sie in der Lage gewesen wäre, hätte die miserable Hinrunde nicht für eine denkbar schlechte Ausgangsposition gesorgt: Mit 18:6 Punkten spielt man die beste Rückrunde aller Bundesligisten - zu mehr als einem 6. Platz, punktgleich mit den besser platzierten Kölnern und Bayern, reicht es aber nicht.

Im Alpenpokal, in dem die Eintracht als Titelverteidiger antritt, bleibt man in der Gruppenphase gegen Schalke 04, US Cagliari, Young Boys Bern, Juventus Turin und den FC Luzern zwar ungeschlagen, es reicht aber dennoch nur zu einem dritten Platz. Spektakulärstes Ergebnis in diesem Wettbewerb ist ein 9:4-Sieg in Luzern nach einem 0:3-Rückstand zur Pause. Die Spiele um den Alpencup beenden auch die Zeit von 'Mister' Elek Schwartz bei der Eintracht. Der international renommierte Coach verlässt den Verein und macht Platz für einen 31 Jahre jungen und nur Experten bekannten Nachfolger, der von Rot-Weiß Essen an den Main wechselt: Erich Ribbeck.

 

 

 
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© text by fg