Junge Spieler und leere Kassen

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Der Profikader der SGE für die Saison 68/69


Nicht nur beim Trainer, sondern auch bei den Spielern setzt die Eintracht auf die Jugend - allerdings weniger aus sportlichen Gründen, sondern notgedrungen aufgrund chronisch leerer Kassen. Nachdem in der vorangegangenen Spielzeit bereits Bernd Hölzenbein und Bernd Nickel von den Amateuren in den Erstligakader befördert wurden, rücken jetzt Günther Keifler und Jürgen Kalb nach. Im Gegenzug verlassen etliche erfahrene Spieler wie Peter Blusch, der zum 1. FC Köln wechselt, Jürgen Friedrich (zum 1. FC Kaiserslautern) und Wolfgang Solz (zum SV Darmstadt 98) den Verein. Istvan Sztani, der bei seinem zweiten Engagement in Frankfurt von 1965 bis 1968 sportlich nicht mehr an die Leistungen der Meistersaison '58/59 anknüpfen konnte, erhält keinen neuen Vertrag und geht zum TuS Makkabi Frankfurt.

Der Start in die Ligasaison misslingt: Zwar kann das erste Spiel gegen Aufsteiger Hertha BSC gewonnen werden (2:0), aber in den fünf folgenden Partien gelingt kein weiterer doppelter Punktgewinn, was die Riederwälder direkt in die Abstiegsregionen der Tabelle führt. In der gesamten Hinrunde gelingen insgesamt lediglich vier Siege, was nach dem 17. Spieltag Platz 15 mit 14:20 Punkten bedeutet. Erfolgreicher gestaltet sich dagegen das Auftreten im Messepokal, dem Vorläufer des UEFA-Cups: In der ersten Runde wird Wacker Innsbruck ausgeschaltet (2:2, 3:0), in der zweiten Runde setzt sich die Eintracht nach einem Krimi im Rückspiel und einem Tor von Walter Bechtold in der letzten Minute der Verlängerung gegen Juventus Turin durch (0:0, 1:0 n. V.).


Stadionzeitung zur Bundesliga-
partie gegen die Kickers


Zum Abschluss des Jahres geht es auf eine Freundschaftsspielreise nach Mexiko mit insgesamt fünf Spielen in Toluca (1:3), Leon (1:2), Puebla (2:1), San Luis Potosí (1:4) und Laguna (1:0). Überhaupt begibt sich die Eintracht oft auf Reisen, um die Kassen mit Antrittsgeldern aufzufüllen. So werden in der Spielzeit 68/69 zusätzlich zu den 36 Pflichtspielen in der Bundesliga und im DFB-Pokal im Rahmen von Freundschaftsspielen, im Messepokal und im Alpencup insgesamt knapp 50 Spiele absolviert.

Das neue Jahr sieht die Eintracht in der Liga weiter in Abstiegsnöten. Zudem scheidet man im Messecup gegen Athletic Bilbao (0:1, 1:1) und im DFB-Pokal in Kaiserslautern (0:1) aus. Auf den Weg zu einem versöhnlichen Saisonabschluss macht man sich dann am 28. Spieltag, vor dem die Adlerträger in der durch zahlreiche Spielverlegungen nur bedingt aussagekräftigen Tabelle den drittletzten Platz einnehmen und die meisten Minuspunkte auf dem Konto haben. Zu Gast im Stadion sind 60.000 Zuschauer, die Tore von Hölzenbein, Nickel und Grabowski sehen und miterleben, wie der spätere Absteiger Kickers Offenbach mit 3:2 besiegt wird.

Ebenfalls mit einem 3:2-Sieg sichert man sich in Mönchengladbach weitere zwei Punkte, um in den folgenden Partien gegen Hannover 96 und in Kaiserslautern jeweils eine Unentschieden zu erzielen. Mit Erfolgen in den letzten drei Spielen gegen 1860 München (3:0), beim HSV (4:1) und gegen Schalke (1:0) schafft man es schließlich mit ausgeglichenem Punkteverhältnis von 34:34 auf einen respektablen achten Platz in der Abschlusstabelle. Trotz Sparkurs ist es allerdings nicht gelungen, die Schuldenlast von rund einer Million Mark abzubauen.

 

 

 
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© text by fg