Beruhigendes Mittelmaß

1969
1970


Ein Adler und ein Pony:
Jürgen Grabowski mit dem
von Henniger gesponserten
Maskottchen 'Schöppchen'

Trotz angespannter Finanzlage ist den Verantwortlichen des Vereins bewusst, wie wichtig Jürgen Grabowski für diese Mannschaft ist. Als der FC Bayern München vehement um den Nationalspieler buhlt, macht die Eintracht schnell klar, dass Grabi keine Freigabe erhält. Auch Publikumsliebling Jusufi, der Abwanderungsgedanken gen Frankreich zu AS Saint-Étienne hegen soll, darf den Verein nicht verlassen. Ist man in der letzten Saison durch die Abgabe erfahrener Spieler ohne entsprechende Neuverpflichtungen in den Abstiegsstrudel geraten, soll dieser Fehler nicht wiederholt werden.

In weiteren Personalfragen agiert die Eintracht aber äußerst zurückhaltend: Neu kommt mit Horst Heese vom Wuppertaler SV nur eine echte Verstärkung, ansonsten wird der Kader der Ligamannschaft mit Amateur- beziehungsweise Ergänzungsspielern wie Gerhard Wagner, Klaus Hommrich, Hans Lindemann und Albrecht Wachsmann aufgefüllt. Den Verein verlassen Helmut Kraus, der nach Schweinfurt zurückkehrt, sowie Oskar Lotz, Heiko Racky, Ernst Abbé und Walter Bechtold.


Sichere Beute: Kunter pariert einen Schuss
von Köppel (BMG - Eintracht 1:2)

Etliche Experten, die bei der SGE eine verfehlte Personalpolitik sehen und ihr die Rolle eines potenziellen Abstiegskandidaten zuschreiben, sehen ihre Warnungen zu Beginn der Punktspiele bestätigt: Nach vier Partien und drei Niederlagen rangieren die Adler auf dem 16. Platz. Doch dann fängt sich die Mannschaft, kann vor allem in den Heimspielen regelmäßig punkten und arbeitet sich bis zur Halbzeit der Saison mit 15:19 Punkten immerhin auf den 12. Platz vor. Zudem läuft man ab Dezember mit einem frisch promovierten Doktor auf, und zwar mit dem fliegenden Zahnarzt im Tor: Dr. Peter Kunter.


Programmheft zum Spiel der Eintracht
in New York gegen Celtic Glasgow


In der zweiten Saisonhälfte schaffen es die Adlerträger, sich Spiel für Spiel weiter von der Abstiegszone zu entfernen, es gibt beim späteren Meister Mönchengladbach (2:1) und beim 1. FC Köln (2:1) sogar zwei Auswärtssiege. Insgesamt reicht es nach dem 34. Spieltag zu einem achten Platz mit der ausgeglichenen Leistungsbilanz von 54:54 Toren und 34:34 Punkten. Bester Torschütze ist Neuzugang Heese mit 12 Treffern.

Dass der Auftritt im DFB-Pokal trotz eines 2:1-Sieges nach Verlängerung in der ersten Runde gegen den VfL Osnabrück für diese Spielzeit schon wieder beendet ist, liegt nicht an der Eintracht. Die nächste Runde dieses Wettbewerbs findet nämlich aufgrund des Termindrucks durch das Weltmeisterschaftsturnier in Mexiko erst im Juli 1970 statt, also bereits mit dem Kader der Saison 70/71.

Nach Abschluss der Bundesligaspielzeit steht für Jürgen Grabowski noch die WM in Mexiko auf dem Programm und für restliche erste Mannschaft der Eintracht eine Nordamerikareise. Insgesamt neun Spiele werden in den USA und Kanada ausgetragen, unter anderem gegen den AC Mailand (5:2 in Chicago und 1:0 in New York), Manchester United (1:2 in San Francisco und 3:2 in Los Angeles) sowie Celtic Glasgow (3:1 in New York).

 

 

 
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© text by fg