Es geht aufwärts |
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| 1971 |
Neu ins Team rücken neben den eher unbekannten Größen Kurt Ritter, Klaus-Peter Stahl, Dieter Ungewitter und Manfred Diehl auch gestandene Profis wie Roland Weidle vom VfB Stuttgart, Thomas Parits vom 1. FC Köln und der von Grabowski empfohlene türkische Stürmer Ender Konca von Eskisehirspor. Grabowski selbst wird unter anderem heftig von Feyenoord Rotterdam umworben, bleibt aber Adler. So viel finanzielles Engagement verlangt aber auch nach zusätzlichen Einnahmen, was sich über die gesamte Saison auch im Spielplan widerspiegelt: Neben den Pflichtspielen in Bundesliga und DFB-Pokal tritt die Eintracht innerhalb der Spielzeit 71/72 gegen etliche internationale Gegner wie Ajax Amsterdam (2:1), Real Madrid (in Kombination mit dem OFC, 2:2), Dynamo Kiew (0:2), PAOK Saloniki (2:1) oder Fenerbahçe Istanbul (1:1) an, zieht aber auch über die Dörfer. Insgesamt kommen so im Laufe der Saison mehr als 40 Freundschaftsspiele zusammen. Auch das Kerngeschäft Bundesliga wird nicht vernachlässigt, wobei sich auf dem Spielfeld die Kombination aus Heimstärke sowie Auswärtsschwäche fortsetzt, die bereits in der vorherigen Saison zu beobachten war. Dennoch reicht es am Ende der Hinrunde mit 19:15 Punkten zu einem achten Rang - nur einen Punkt hinter dem fünftplatzierten HSV, der auf einem UEFA-Cup-Rang rangiert.
Die Rückrunde läuft nochmals besser. Zwar erfolgt im Februar das Aus im DFB-Pokal, der mit Hin- und Rückspielen ausgetragen wird, gegen Borussia Mönchengladbach (2:4 und 3:2), doch bis zum 32. Spieltag schafft man es in der Bundesliga auf den 6. Rang - nur einen Punkt hinter der Hertha aus Berlin, die als 5. einen der begehrten Plätze belegt, die den Verein für den UEFA-Cup qualifizieren. Bis zur Entscheidung ist jedoch erst einmal Geduld gefragt, denn aufgrund der EM-Endrunde in Belgien pausiert der Liga-Betrieb in Deutschland drei Wochen. Letztlich aber lohnt sich das Warten: Die letzten beiden Spiele bringen einen 3:1-Heimerfolg gegen Hannover 96 (die Eintracht bleibt in allen 17 Ligaspielen im Waldstadion ungeschlagen und holt dabei 31:3 Punkte) und den einzigen Auswärtserfolg der Rückrunde in Duisburg (1:0) durch ein Tor von Bernd Nickel. So wird wahr, was kaum ein Fan zu hoffen wagte: Die SGE erreicht mit 39:29 Punkten den fünften Platz und spielt in der nächsten Saison international. Positiv lässt sich zudem feststellen, dass die Sturmmisere der vergangenen Spielzeit behoben ist. Schaffte es die Eintracht in der Saison 70/71 gerade 39 Mal, während eines Ligaspiels in das Tor des Gegners zu treffen, hat sich die Ausbeute 71/72 mit 71 Treffern deutlich gesteigert. Nickel ist mit 13 Ligatoren der erfolgreichste Schütze der Eintracht, gefolgt von Hölzenbein und Parits, die jeweils zwölf Ligatreffer erzielen. Allerdings stehen auch 61 Gegentore in der Abschlussbilanz.
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© text by fg