Illustre Neuzugänge und ein Autounfall

1978
1979


Neuer Libero mit internationalem
Format: Bruno Pezzey im Zweikampf
mit Hans-Peter Briegel

Der neue Manager Udo Klug zeigt sich äußerst rührig und stellt mit Otto Knefler den Cramer-Nachfolger als neuen Cheftrainer vor. Auch für den Spielerkader können einige namhafte Neuzugänge verbucht werden: Aus Saarbrücken wird Werner Lorant verpflichtet, der Schweizer Nationalspieler Ruedi Elsener kommt aus Zürich von den Grasshoppers. Zudem bemüht man sich nachhaltig um Bruno Pezzey, der schließlich drei Tage vor dem Ligastart bei der Eintracht unterschreibt. Nicht zustande kommt allerdings der Transfer von Horst Hrubesch von Rot-Weiß Essen, der zwar bereits einen Vorvertrag unterschrieben hat, dann aber doch zum Hamburger SV wechselt. Die Eintracht kassiert im Gegenzug 250.000 Mark sowie die Einnahmen eines Freundschaftsspiels (0:2). Den Verein verlassen Weidle, Trinklein, Krobbach und Stepanovi´c der den zweiten Nicht-EU-Ausländerplatz für ‚Kaiser Bruno‘ räumen muss und zur Wormatia nach Worms wechselt.

Sportlich läuft zunächst alles rund. Zwar gerät der Start in die 16. Bundesligasaison mit einer 0:4-Klatsche in Schalke gründlich daneben, aber vor allem aufgrund der Heimstärke fängt sich die Eintracht schnell und rangiert nach dem 7. Spieltag punktgleich mit Tabellenführer Bayern München auf dem vierten Platz. Auch im DFB-Pokal hat man die ersten zwei Runden überstanden. Die Freude über den Zweitrundensieg in Bremen (3:2) am 23. September wird allerdings nachhaltig getrübt, als Trainer Otto Knefler auf der Heimfahrt aus der Hansestadt schwer verunglückt. Manager Klug übernimmt interimsweise den Posten des Übungsleiters. Als Anfang Januar '79 klar ist, dass Knefler nicht mehr auf die Trainerbank zurückkehren wird, übernimmt Friedel Rausch das Traineramt bei der SGE.


Otto Knefler (li.) und sein Nachfolger
Friedel Rausch

In die Rückrunde startet die Eintracht als Tabellenvierter mit sechs Punkten Rückstand auf den Tabellenführer aus Kaiserslautern mit einem Sieg gegen Schalke 04 (3:1). In dieser Partie kommt Torhüter Jürgen Pahl zu seinem ersten Bundesligaeinsatz. Pahl hatte im November '76 zusammen mit Norbert Nachtweih die Reise der DDR-Nachwuchsnationalmannschaft in die Türkei genutzt, um sich vom DDR-Kader abzusetzen und in die Bundesrepublik zu flüchten. Beide meldeten sich bei der Eintracht an und konnten sich nach Ablauf einer obligatorischen 14-monatigen Sperre durch die FIFA im Ligakader etablieren. Nachtweih feierte seine Ligapremiere bereits am 28. Spieltag der letzten Saison.

Sechs weitere Spiele ohne Niederlage bis Ende März wecken die Hoffnung, in den Kampf um die Meisterschaft eingreifen zu können. Doch im April '79 können die Adler in fünf Ligaspielen nur einen einzigen Punkt verbuchen und laufen Gefahr, sogar die als Minimalziel definierte Qualifikation für den UEFA-Cup zu verfehlen. Letztendlich fängt sich die Mannschaft aber wieder und kann schließlich mit einem Sieg (2:0) beim MSV Duisburg am letzten Spieltag den fünften Platz und damit die UEFA-Cup-Teilnahme sichern. Drei Tage vor diesem Spiel hatte man im Halbfinale des DFB-Pokals unglücklich bei Hertha BSC (1:2) die Segel streichen müssen.

 

 

 
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© text by fg