Managementchaos, vier Trainer und Relegation

1988
1989

Zehn Tage vor dem Start in die Bundesligasaison kann Trainer Feldkamp seine gesamte Planung revidieren: Lajos Détári, der zuvor noch beteuert hatte, in Frankfurt bleiben zu wollen, wechselt zu Olympiakos Piräus. Kolportierte 16 Millionen Mark bringt dieser Transfer in die Vereinskasse, doch nun steht die Eintrachtohne Mittelfeldregisseur da. Zudem verlassen Münn, Uwe Müller, Kraaz und Smolarek den Verein. Mit Stefan Studer vom FC St. Pauli, dem Norweger Jørn Andersen und Heinz Gründel vom Hamburger SV werden zum ersten Training drei Neuzugänge begrüßt, kurz darauf gesellen sich Heidenreich und Hobday hinzu.


Neuzugang vom HSV: Heinz Gründel

Drei Tage vor Beginn der Bundesligarunde findet im Waldstadion das Supercupfinale zwischen Meister Werder Bremen und Pokalsieger Frankfurt statt, das die SGE sang- und klanglos mit 0:2 verliert. Mit drei Niederlagen in den ersten drei Spielen geht auch der Ligastart gründlich daneben, zudem erreicht die Eintracht in der ersten DFB-Pokalrunde beim Amateurligisten VfL Wolfsburg nur ein 1:1 nach Verlängerung. Eilends wird der Kader nochmals verstärkt, es kommt Dirk Bakalorz. Im ersten Spiel des Ex-Mönchengladbachers für die Eintracht gelingt der erste Saisonsieg mit 1:0 gegen den 1. FC Köln. Auf der Trainerbank sitzt zu diesem Zeitpunkt Assistent Zahnleiter, da sich Feldkamp krankgemeldet hat. Nach der 0:1-Niederlage in Bochum gibt es weitere personelle Veränderungen zu verkünden: Pál Csernai wird als neuer Trainer verpflichtet, Manager Kraus die schriftliche Kündigung durch ein Toilettenfenster seines Hauses zugestellt. Den Managerposten übernimmt zwei Wochen später ein Ex-Eintrachtler, der 1968 im Zwist mit dem damaligen Präsidenten Gramlich den Verein in Richtung Kaiserslautern verlassen hatte: Jürgen Friedrich.


Es läuft nicht bei der Eintracht - hier Peter Hobday

Auch Csernais Erfolge als Trainer halten sich in engen Grenzen. Zwar übersteht die Mannschaft die erste Runde im Europapokal der Pokalsieger gegen den Grasshopper Club Zürich (0:0, 1:0), dafür scheidet man bereits in der zweiten Runde des DFB-Pokals, für die man sich durch ein 6:1 im Wiederholungsspiel gegen Wolfsburg qualifiziert hat, gegen Bayer 05 Uerdingen (4:5 n.V.) aus. Am 22. Oktober absolviert Dieter Eckstein, der aus Nürnberg geholt wird, sein erstes Eintrachtspiel gegen den HSV (0:1). Doch der Fußball gerät bei der Eintracht in dieser Zeit zur Nebensache. Auf der Jahreshauptversammlung gibt es mit Präsident Dr. Josef Wolf und Vize Bernd Hölzenbein nicht nur ein neu gewähltes Führungsgespann, sondern auch den medienwirksamen Faustschlag eines Mitglieds mit Redebedarf gegen einen Ordner. Neun Tage später ist auch Dr. Wolf schon wieder Geschichte, sein Nachfolger wird Matthias Ohms.

Als Anfang Dezember die Hinrunde der Bundesliga zu Ende geht, steht die Eintracht mit 11:23 Punkten auf dem 15. Platz und hat in den 17 Spielen ganze acht Tore erzielt. Nun muss auch Csernai gehen und wird durch Jörg Berger ersetzt. Der sportliche Erfolg stellt sich allerdings durch den erneuten Trainerwechsel nicht ein. Aus dem Europapokal verabschiedet man sich im Viertelfinale gegen den KV Mechelen (0:0, 0:1), und in der Bundesliga wird die Lage immer bedrohlicher. Zudem kündigt Manager Friedrich Mitte Mai seinen Posten.

Am letzten Spieltag kann Karl-Heinz Körbel mit seinem Tor zum 1:1 bei Hannover 96 zumindest den 16. Platz retten, 26:42 Punkt stehen letztlich zu Buche. Auch die aus dieser Platzierung resultierenden beiden Relegationsspiele gegen den 1. FC Saarbrücken werden zu einer knappen Angelegenheit, die die Eintracht letztlich mit einem Tor vorne und damit weiterhin in der Bundesliga sieht: Das Heimspiel gewinnt man mit 2:0, kassiert jedoch in Saarbrücken eine 1:2-Niederlage - zweifacher Torschütze für die Saarländer ist Toni Yeboah.

 

 

 
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© text by fg